Historie

 

Überblick über die Geschichte des Musikverlags Kistner & Siegel (K & S) in Stichworten:

 

1.5.1823

 

Heinrich Albert Probst gründet in Leipzig eine Musikalienverlagshandlung.

1831

 

Carl Friedrich Kistner  (03.03.1797 bis 21.12.1844) kauft diesen Musikverlag und firmiert als H.A. Probst - F. Kistner.

1836

 

Carl Friedrich Kistner firmiert von nun an als Fr. Kistner.

1844

  Tod von Carl Friedrich Kistner.

1845

  Sein Bruder Julius Kistner (1805 bis 15.5.1868) übernimmt den Verlag als Prokurist. Er führt ihn mit Carl Gurckhaus und Bartholf Senff.

01.01.1846

  Carl Friedrich Wilhelm Siegel gründet mit Edmund Stoll die „Buch- und Musikalien-Verlags und Sortimentshandlung Siegel & Stoll“ in Leipzig.

1850

  Stoll und Siegel trennen sich, C.F.W. Siegel übernimmt den Verlag allein und betreibt die Geschäftsräume nun im Hause Neumarkt 31.

1852

  Siegel kauft einen Teil des Verlages von J.G. Haecker.

1853

  Siegel kauft den Verlag Ernst ter Meer in Aachen.
1858    Die Geschäftsräume von C.F.W. Siegel werden in die Universitätsstraße 4 verlegt.
1861    Verlegung der Geschäftsräume in die Petersstraße 13.
 1862   C.F.W. Siegel gibt das Kommissionsgeschäft an den bisherigen Mitarbeiter Rob. Forberg ab.
1866    Carl Friedrich Ludwig Gurckhaus (17.04.1821 – 22.5.1884) übernimmt den Verlag Fr. Kistner für eigene Rechnung durch Kauf von den Erben.
Julius Kistner legt seine Prokura nieder; der Verlag umfasste damals ca. 3000 Werke.
 1868   C.F.W. Siegel verlegt Geschäftsräume ins eigene Haus Dörrienstraße 1.
 1869   Tod von Carl Friedrich Wilhelm Siegel.
1870    C.F.W. Siegel wird von Richard Linnemann übernommen, der die Firma ändert in „C.F.W. Siegel’s Musikalienhandlung (R. Linnemann)“.
1871    C.F.W. Siegel kauft den Musikverlag Friedrich Bartholomäus in Erfurt ohne die Kompositionen von Edmund Bartholomäus.
1871    C-F.W. Siegel übernimmt „Die Sängerhalle“ Allgemeine Deutsche Gesangvereins-Zeitung, gegründet 1861, aus dem Verlag von H.W. Schmidt in Halle a.S.
 1873   Gurckhaus überlässt die eigene Druckerei an Emil Aaron, der sie in der Turnerstraße weiterführt.
 1875   C.F.W. Siegel erwirbt aus dem Verlag F.E.C. Leuckart die Werke von Max Bruch, Georg Reynald und Fritz Spindler.
1875    Herausgabe der „Blätter für Hausmusik“ durch E.W. Fritzsch.
 1877   Kauf der Kompositionen von Max Bruch aus dem Verlag von Aug. Fr. Cranz in Bremen durch C.F.W. Siegel.
 1877   Verlegung der Geschäftsräume von C.F.W. Siegel in die Dörrienstraße 13 (frühere Nr. 6).
 1879   C.F.W. Siegel kauft die Kompositionen von Josef Koch von Langentreu aus dem Verlag von V. Kratochwill (früher zum Teil bei Adolf Bösendorfer) in Wien.
 1879   Kommissionsvertrag mit der Firma Rather (Hamburg und St. Petersburg).
1884    C.F.W. Siegel kauft den Musikverlag von A.H. Hirsch in Leipzig.
 1884   Carl Otto Ludwig Gurckhaus (Sohn von Ludwig), Musikalienhändler, ist Mitinhaber.
 1884   August Wilhelm Franz Schäffer ist Prokurist.
 1884   Felix Otto Gurckhaus, Musikalienhändler ist Mitinhaber. Carl Friedrich Ludwig Gurckhaus scheidet durch Tod aus.
 1884   Ludwig (geb. am 28.01.1862) und Otto Gurckhaus übernehmen nach dem Tod ihres Vaters den Verlag Fr. Kistner und vergrößern ihn durch Ankauf kleinerer Verlage.
 1885   Kommissionsvertrag Kistner – Belaieff.
 1886   Das Ladengeschäft Fr. Kistner wird von der Grimmaischen Straße nach Neumarkt 38 verlegt.
 1886   Gurckhaus (Kistner) kauft die „Internationale Musikalienhandlung William Sington mit Leihanstalt, aber ohne Verlag.

1887

  Verlagerung des Verlages nach Täubchenweg in das von Hugo Wolff-Röder erbaute Geschäfts- und Wohnhaus.
1887    Kommissionsvertrag Kistner – Verlag Wilhelm Hansen.
 1890   Gurckhaus (Kistner) kauft den Musikverlag des Hofmusikalienhändlers Hugo Licht, ohne die Musikzeitschrift „Der Chorgesang“.
 1892   Aufgabe des Ladengeschäfts von Fr. Kistner.
1895    Gurckhaus (Kistner) kauft aus dem Verlag U.H. Payne die Gesamtausgabe der Streichquartette von Haydn.
 1896   C.F.W. Siegel kauft die Zither-Kompositionen von Oskar Messner aus dessen Selbstverlag in Leipzig.
 1901   Carl und Walther Richard Linnemann jun., die Söhne von Richard Linnemann, treten in den Verlag C.F.W. Siegel ein.
 1902   Richard Linnemann sen. tritt aus dem Verlag C.F.W. Siegel aus.
 1903   C.F.W. Siegel kauft den Buch- und Musikverlag E.W. Fritzsch, den Ernst Wilhelm Fritzsch vor 1870 gegründet hat, nebst dem Musikalischen Wochenblatt.
1908    Felix Otto Gurckhaus scheidet durch Tod aus.
 1918   Tod von Carl Otto Ludwig Gurckhaus (28.01.1862 – 21.07.1918).
Seine Witwe Magdalena beauftragt den langjährigen Prokuristen Franz Schäffer mit der Leitung des Verlages.
 1919   Tod von Richard Linnemann sen. Erben sind dessen Söhne Richard jun. und Carl Linnemann. Diese kaufen von Magdalena Gurckhaus den Verlag Fr. Kistner.
01.05.1923    100. Gründungstag von Fr. Kistner. An diesem Tag existieren 10924 Verlagsnummern. C.F.W. Siegel hatte zu diesem Zeitpunkt 16891 Verlagsnummern.
 02.07.1923   Verschmelzung zu Fr. Kistner & C.F.W. Siegel.
Anschrift: Dörrienstr. 13, Leipzig
1932    Tod von Walter Richard Linnemann jun.  (geb am 05.11.1874).
Sein Sohn Friedrich übernimmt seinen Anteil.
 1943   Der Verlag nebst frisch gegründeter Druckerei wird bis auf Reste ausgebombt.
 1945   Richard Carl Linnemann stirbt und wird beerbt von seiner Ehefrau und den Töchtern Ursula und Sabine.
 1946   Dr. Walter Lott, seit 1928 Lektor, seit 1941 Prokurist, tritt als persönlich haftender Gesellschafter ein.
 1948   Nach dem Tod von Dr. Walter Lott gründen sein Bruder Rudolf Lott und Fr. Kistner & C.F.W. Siegel  in Lippstadt i./W. eine OHG, die es ermöglicht, außerhalb der DDR im Westen zu agieren.
 1953   Die OHG ist aufgelöst, Rudolf Lott ist Alleininhaber.
1965    Tod von Rudolf Lott (*1896 in Lippstadt). Durch Erbgang sind Firma und Handelsgeschäft auf dessen Witwe Gertrud Lott übergegangen.
 1965   Tod von Gertrud Lott. Sie wird von ihren Töchtern Marianne Feder und Renate Kühnel beerbt.
 1965   Marianne Feder übernimmt den Verlag allein. Ihr Ehemann Prof. Dr. Georg Feder betreibt den Verlag als Geschäftsführer.
 1966   Verlagerung des Sitzes von Lippstadt nach Köln.
 1970   Gründung einer stillen Gesellschaft zwischen Kistner & Siegel Köln und Leipzig.
 1973   Der Sitz des Verlags wird von Köln nach Porz verlegt.
1989    Ende der DDR. Nach der Grenzöffnung kommen zahlreiche, noch im Lager Leipzig vorhandene Werkstücke illegal abhanden.
 1999   Annette Valder, geb. Feder, die Tochter von Marianne und Prof. Feder, übernimmt den Verlag.
2001    Kündigung der stillen Gesellschaft K & S Köln/Leipzig.
 2003   Dr. Ulrich Andryk unterstützt die Geschäftsführung („legal and business affairs“)
 2004   Tod von Marianne Feder, Fortführung des Verlages durch deren Tochter Annette Feder. Verlegung des Verlagssitzes nach Niederkassel.
 2006   Tod von Prof. Dr. phil. Georg Feder.
 2008  

Verlegung des Sitzes nach 50321 Brühl und Fortführung als KG mit der aktuellen Firmierung:


Fr. Kistner & C.F.W. Siegel & Co. KG


Dr. Ulrich Andryk wird persönlich haftender Gesellschafter.

2013    Kistner & Siegel Brühl übernimmt Kistner & Siegel Leipzig nach langjährigem Rechtsstreit. Alle Anteile liegen nun wieder in einer Hand.